Bergen Challenge 2014, Übermächtiges Team gewinnt ALLES!

19Okt2014

Vi vant alle kampene! Das war wohl mein meist gesagter Satz an diesem Wochenende (immer in Kombination mit "Vi er best!", weil wir halt die besten sind!). Denn wir haben nicht nur echt gut gespielt, nein wir haben auch das Turnier gewonnen. Yes!

Doch nun von Anfang an. Ich habe direkt bei meiner Ankunft hier mich bei meinem Lacrosse Team erkundigt, wann es denn Spiele gibt. Die Antwort fiel leider sehr ernüchternd aus. Trondheim ist einfach viel zu weit von allem entfernt und Norwegen hat einfach nicht so viele große Universitätsstädte (Städte allgemein eigentlich), dass es gar keine richtige Saison gibt. Doch mir wurde gesagt, da gibt es dieses Turnier in Bergen im Oktober, da fahren wir hin! Und ich darf mit! Es ist mir eine echt große Ehre, denn nicht alle der Austauschstudenten durften mit, auch wenn diese gar nicht mal so schlecht spielen. Und zu dem Zeitpunkt, wo ich mich entschied mitzukommen, war es noch gar nicht sicher, dass ich für ein Jahr bleibe. 

Doch bevor es nach Bergen ging, musste ich noch einiges erledigen. Bergen liegt nicht mal eben 2 Studen mit dem Auto entfernt, nein, ich bin zwei Stunden geflogen. Mit dem Auto hätte es locker 10-12 Stunden gedauert. Also Flug buchen. Gut dass ich von der Uni etwas Geld zurück bekomme. Zweite Sache, Unterkunft. Man konnte in einer Halle schlafen, doch als ich die Mädels fragte, wie diese unterkommen, fand ich heraus, dass alle bei Freunden schliefen. Denn fast jeder hat mindestens einen Freund in Bergen. Eine aus meinem Team hat sogar an vier Tagen bei vier verschiedenen Freunden geschlafen. Ich als Ausländer hab natürlich keine alten Schulfreunde, die in Bergen studieren. Glücklicherweise ist eine aus meinem Team aus Bergen und die habe ich dann gefragt, ob ich bei ihr schlafen kann. Und sie hat ja gesagt! Ingvild ist einfach super. Es war auch alles schnell geregelt und super unkompliziert, dass ich mein Gepäck auf Handgepäck begrenzen konnte. 

Am Tag der Abreise war ich super aufgeregt. Ich bin zwar jetzt schon einige Male alleine geflogen, aber irgendwie war es ungewöhnlich nicht genau zu wissen, wie ich denn jetzt zum Flughafen komme und wie das da dann alles läuft. Außerdem hatte ich nur Handgepäck dabei, also auch meinen Stick im Handgepäck. Ich war bisschen unsicher, ob das alles so glatt läuft. Außerdem hatte ich keine Zip-Lock-Bag für meine Flüssigkeiten. Also bin ich durch die Kontrolle gedackelt und mein Stick ging einfach durch. Aber ich Dummerchen hab Haarspray und Deo mitgenommen, welches mehr als 100 ml beinhaltete. Saudumm, weil ich dachte, ist ja Luft, was rauskommt... Aber alle andere Flüssigkeiten waren ok, auch ohne Zip-Lock-Bag. Diese Norweger!

Im Flugzeug hatte ich den letzten Fensterplatz ergattert und ich war super aufgeregt, weil ich auch direkt beim Flügel saß! Also perfekter Platz für mich. Leider ist es schnell dunkel geworden, weswegen die Bilder eher mäßig sind.

Noch ein wenig Sonne

Da wir super Verhältnisse hatten, kam der Flug 15 Minuten früher an. Und weil ich nicht auf mein Gepäck warten musste, war ich ruckzuck draußen. Allerdings war Ingvild noch nicht da und ich wusste überhaupt nicht wo ich hin sollte. Aber am Flughafen gabs freies Wifi, so dass ich ihre Nummer rausgefunden habe und nach einiger Zeit rief sie dann auch zurück und ich konnte endlich den Weg zu ihrem Haus antreten. Ich erfuhr dann noch zum Einen, dass Kristen auch bei uns übernachten würde und zum Anderen, dass Ingvild deutsche Vorfahren hat und sie auch deutsch sprechen kann, da sie einige Zeit in Berlin verbracht hatte. Wir haben zwar fast kein deutsch geredet, weil ich ja norwegisch lernen will, aber ich denke, dass wir das bald mal nachholen müssen. Am Abend hatten wir noch Kveldsmat, also Snacks am Abend. Als ich erwähnte, dass ich mehr norwegisch lernen möchte, wurde von den Mädels beschlossen, mir so viel wie möglich sinnvolles beizubringen. Ich hatte auch als fleißige Studentin Stift und Papier mitgenommen, um alles aufzuschreiben. Så bra!

Am nächsten Tag fing das Turnier damit an, dass wir zu spät kamen. Eigentlich hätte ich ja ein Spiel pfeifen müssen, aber irgendwie hatte ich das den Tag vorher sowas von verpennt, den anderen Mädels zu sagen, dass wir halt zu spät kamen. Ich sprang dann noch für eine Halbzeit ein, aber das wars dann auch. Das folgende Spiel war dann das unserer beiden Gruppengegner. Ich stand dann da so am Rand und unterhielt mich mit Pernille und warf ab und zu was zu dem Spiel ein. Schlechte Groundballs, wir müssen schneller sein. Schöne Pässe sollten wir spielen, ruhige Attack, den Draw gewinnen. Dann sollte das alles kein Problem sein. Als wir dann vor unserem Spiel noch Instruktionen bekamen, wiederholte sie genau das was ich vorher zu ihr gesagt habe. Haargenauso. Dann wurde aufgewärmt und ich war schon echt aufgeregt. Wie würde wohl mein erstes offizielles Spiel in Norwegen aussehen? Wird es brutal sein? Oder unsauber? Oder nur grandios?

Natürlich war es letzteres! In den ersten paar Minuten war ich zwar so dermaßen übertrieben brutal, dass ich mich echt dafür schäme. Aber nachdem ich den Brutalopush abgepfiffen bekommen habe (danke, dass das wirklich jemand gesehen hat...) war ich wieder Normalo. Vllt nen paar böse Checks (das muss ich echt üben!) aber sonst war es nur super viel Spaß! Ich fand mich echt gut zurecht im Team, auf dem Feld und konnte mich an das Spielklima in Norwegen gewöhnen. 

Das erste Spiel war schon ganz ordentlich, aber wir gewannen solide mit einem nicht zu deutlichen Vorsprung. Wir waren danach aber sehr gespannt auf das zweite Spiel, denn die hatten die anderen auch geschlagen. Also ein Spiel, das nicht unterschätzt werden sollte. Beim Aufwärmen kam dann aber die große Überraschung an. Charlotte hatte sich spontan entschieden zu kommen (ein echt guter Joker, da sie schon länger spielt und auch die Spielzüge der BI Lionesses kennt!). Also hatten wir eine starke Attack Spielerin mehr! Yes! Außerdem spielten unsere Gegner Man Down ohne Auswechsler (keine Ahnung wie man sein Team einfach so im Stich lassen konnte!). Doch was passierte in den ersten Minuten? Wir lagen vier Tore hinten! VIER! Ich besprach mich dann kurz mit Pernille, ob wir nicht eine Auszeit nehmen sollten um uns alle runter zu holen und die Konzentration wieder hoch. Das klappte bei uns Nixen immer. Allerdings hatten wir dann doch keine Zeit mehr und wir starteten den Draw. Diesmal gingen wir in die Attack und irgendwie schoss ich ein Tor und damit war unser Kampfgeist wieder geweckt. Wir gewannen Draws, Groundballs und schossen Tore. So konnten wir das Spiel doch noch drehen und lagen zur Halbzeit 5:4 vorne. In der zweiten Halbzeit kämpften wir noch mehr und ließen die Gegnerinnen nicht an uns heran und gewannen. Das hieß, dass wir unter den besten Dreien am nächsten Tag den Gewinner des Turniers entscheiden würden.

Charlotte hatte noch keinen Schlafplatz und da Ingvild noch Platz hatte, waren wir nun vier! Juhu! Der Nachteil war aber leider, dass nur noch mehr norwegisch gesprochen wurde. Ich war abends aber auch so durch, dass ich gar nicht reden wollte. Konzentrieren war aber auch schwer, weswegen außerhalb eines Lacrosse Gesprächs total an mir vorbei ging. Trotzdem war es ganz angenehm, da ich dann meinem Gehirn bisschen Pause gab. Außerdem bekam ich mit, dass die Jungs Billiard spielen gingen in der Stadt und Charlotte und Ingvild auch gern dort hin wollten zum socializen. Kristen bekam das allerdings nicht so mit und so war ich schon bisschen stolz auf mich, dem Gespräch besser gefolgt zu sein, als eine Muttersprachlerin :)

Also machten wir uns schnell fertig nach dem Essen (Norwegerinnen können glaub ich nicht ungeschmickt abends weggehen, dabei sind so viele so hübsch von denen!) und fuhren in die Stadt in eine Bar. Dort waren auch die Jungs und ein paar der Mädels. Ich unterhielt mich aber mehr mit den Mädels, da einerseits norwegische Männer schwierig sind und andererseits ist es ja viel wichtiger gut mit den Mädels befreundet zu sein. Besonders weil alle so super nett sind! Ich erfuhr dann von Ingvild, dass Lacrosse in Trondheim gar nicht so verschieden ist zu Lacrosse im Süden Deutschlands. Sie war auch erstaunt, als ich ihr von unseren Lacrosse Partys erzählte. Ich glaube, wir sind uns dann doch noch sympathischer geworden.

Am nächsten Tag, super erfrischt, waren wir alle noch viel aufgeregter als am vorrigen Tag, denn die Mannschaften heute waren auch stärker. Die BI Mädels haben die norwegische Meisterschaft gewonnen und die Cubs haben nen Trainer, was ihnen einen großen Vorteil in ihrer Entwicklung bringt. Ich glaube, dass sie die größte Gefahr für uns darstellen grade. 

Im ersten Spiel gegen die BI Mädels durfte ich auf dem Center anfangen und ich weiß auch nicht was da ging, aber ich war sooo gut. Mein Draw ging einfach immer genau da hin, wo ich ihn haben wollte. So präzise habe ich ihn noch nie zuvor spielen können. Hab da auch wiedermal was herausgefunden. Wir konnten also ruhig spielen und Tore schießen. Zwischendurch bekamen wir auch einige Gegentreffer aber wir spielten sehr solide und hielten unsere Führung.

Im zweiten Spiel erwartete uns eine Zonen Defense. Meiner Meinung nach hat die Zone erhebliche Lücken und wenn man geschickt spielte, konnte man echt viele Tore schießen. Allerdings sind die Norwegerinnen noch nicht so sicher in gewissen Sachen, weswegen es sich als ein sehr großes Problem herausstellte, Tore zu schießen. Irgendwie schafften wir es aber trotzdem zwei Tore zu schießen. Unsere Defense dagegen hielt so standhaft die Stellung. Ich muss sagen, brilliante Defense. Instinktiv waren die Slides immer da und der Ball wurde bei Gefahr getrippelt. Dann schnell wieder zu der eigenen Frau zurück. Wir machten es den Cubs so unheimlich schwer durch unsere Defense zu kommen. Zudem waren die Schüsse aufs Tor so schlecht, dass jeder gehalten wurde. So war das Ergebnis zur Halbzeit 2:0. Das hieß noch gar nichts und wir besprachen noch schnell, was es zu beachten gab. Außerdem musste der Kampfgeist aufrecht gehalten werden. So starteten wir in eine spannende zweite Halbzeit. Wir wussten alle, der Turniersieg war so nah. Wir kämpften hart, doch dann, ein Gegentor! Ich hielt den Atem an. Wir durften jetzt nich zusammenbrechen. Doch die Defense erlaubte sich keine weiteren Fehler. Die Attack erbrachte zwar auch keineweiteren Erfolge, doch wir gewannen! Vi vant, Vi vant!

Vi vant! Glücklich mit meinen beiden Wochenendmitbewohnerinnen Glückliche Sieger!

Nach dem Spiel musste ich noch da blebein zum Pfeifen und das war eigentlich das schlimmste an dem ganzen Wochenende. Ich liebe es ja, Umpire zu sein, aber in Bergen regnet es halt fast immer! Und weils in Norwegen auch noch dazu so kalt ist, war ich halt super erfroren nach meinem ersten gepfiffenen Spiel. Deswegen habe ich das letzte Spiel (das allerletzte am Tag, nachdem wir schon drei Spiele vorher eigentlich fertig waren) einfach in meiner Regenjacke gepfiffen. Ich hoffe Katha verzeiht mir das! Aber mein Refshirt war so nass und ich wollte einfach nicht krank werden.

Vor dem letzten Spiel konnte ich aber noch mit den Coaches, Pernille und Pauline, über neue Taktiken und was wir dringend verbessern müssen geredet. Außerdem hab ich etwas Teamgossip mitbekommen, hui hui hui! Wir fanden dann auch heraus, dass wir nach dem letzten Spiel unsere Medaillen bekommen würden! Woaaaa! Also mussten wir ganz schnell alle anderen Mädels anrufen, dass jede wieder herkommt und die Medaille abholt.

ich, wie ich lechzend das Gold anstarre! Jeg lukter gull!

Abends hatten wir dann ein gemeinsames Dinner mit den Jungs in nem echt nicen Restaurant. Es war auch nicht so teuer, mein Bacon Burger mit Pommes hat 165 NOK gekostet und wenn man jetzt großzügig umrechnet(was man definitv manchmal machen muss), ist das gar nicht mal so viel. Und Wasser ist eh immer umsonst. Zum Schluss gab es dann noch Nugatti in Shotglässern, gesponsert von dem amerikanischen Austauschstudenten der Jungs. Dieser hatte nämlich den ganzen Tag seine Nussnougatcreme nicht aufs Brot geschmiert, sondern aus dem Topf gelöffelt. Die norwegischen Jungs fanden das etwas ungewöhnlich. Ich ass am Abend mein Shotglass mit Genuss, weil es immerhin Schokolade war und fettig und so. Ich sah dann aber, dass nicht jeder das Glass so schön ausgelöffelt hatte wie ich. Ich wurde dann aufgeklärt, dass das ein typisch norwegisches Verhalten war, dass wenn einer was nicht mag oder ungewöhnlich findet, dass wahrscheinlich alle es auch merkwürdig finden. Wieder was gelernt über Norwegen!

Nach dem Essen wurden wir noch überredet (ua weil ich dem Bier nicht entsagen konnte als Deutsche...) in eine Bar zu gehen und bisschen socializen. Aber dann gings auch schon bald ins Bett, denn die Jungs spielten am Samstag und wir wollten anfeuern. Die Chancen standen nämlich ziemlich hoch, dass wir Doppelgold im Lacrosse holen konnten!

Und so kam es dann auch dazu! So hatten wir echt guten Grund, am Abend richtig zu feiern. Ich dachte mir dann auch mal, heute feier ich mal norwegisch und denk nicht so viel übers Geld nach und tada! Nici hat viel Geld ausgegeben. Dafür hatte ich aber ein schönes Kleid an. Und ich wurde geehrt. Denn bevor das schicke Bankett angefangen hat, trafen sich Mädels und Jungs in einer Studentenbar um etwas vorzutrinken. Dann wurden Awards verteilt für besten Rookie und spezielle Anlässe. Zb geling den Jungs nen Hiddenball Trick, aber leider ging der Torschuss am Tor vorbei... Trotzdem gabs ein Bier, dass geext werden musste. Ok, da zu Beginn schon gesagt wurde, manche Awards müssen sie auf englisch erklären, war mir im Hinterkopf schon bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass ich eins bekomme. Als dann Pernille anfing auf englisch zu sagen, wir möchten jmd ehren, die jetzt erst neu da ist, aber uns so viel hilft und immer wenn sie was sagt, dann klappt das auch usw, alle Blicke sich auf mich richteten, ich höchstwahrscheinlich knallrot anlief, bekam ich mein Bier. Ging dann nach vorne und exte es, so wie immer. Danach sprachen mich so viele Leute darauf an, wie ich das denn so schnell geschafft habe. Eh, ich kann das einfach irgendwie gut?!

Danach gings zum Bankett. Endlich essen! Und wieder mehr socialized! Da kam es dann zum ersten Mal vor, dass mich einer von den Jungs angesprochen hat. Ich war total baff. Wir blieben nicht lange beim Bankett, denn irgendwie wars ziemlich langweilig. Also gingen wir in ne echt fancy Bar, wos zwar nicht aufregender war im Sinne von tanzen oder so. Aber es war halt angesagt. Und fancy. Wir blieben da ne enorme Zeit und ich hatte echt Spaß mich mit verschiedenen Leuten zu unterhalten, norwegische Schimpfwörter zu lernen und anderen Unfug zu treiben. Doch bald wollte ich doch noch tanzen, so wie andere Mädels auch und wir gingen dann noch in einen anderen Club. Allerdings nicht lange, denn die Nacht fühlte sich schon ewig an (man muss hier halt viel früher anfangen). Im Bus trafen wir noch irgendnen Typen, der super erstaunt war über meine Norwegischkenntnisse. Die packte ich dann gleich noch aus, als ich Kristen anwies nicht nur norwegisch zu reden. Allerdings sagte ich wörtlich übersetzt, Kristen du kannst kein norwegisch sprechen. Superbrüller für die Mädels.

Am nächsten Tag, frisch ausgeschlafen, erstrahlte die Sonne über Bergen! Wie wundervoll! Eigentlich der perfekte Tag um die Stadt zu erkunden. Doch bis wir dann endlich aufgebrochen waren, fing es wieder an zu regnen. Oh man! Trotzdem konnte ich Bergen von oben erblicken und ein paar interessante Plätze erkunden. Und ein Soft Eis essen, denn es war Gönnertime an diesem Wochenende.

Bergen von oben Ein Troll Sehe ich welche vllt in freier Wildbahn? eine norwegische Telefonzelle! Bryggen, ein Unesco Kulturerbe, die Häuser sind alle schief Unesco Schild von Brygge 360° Panorma von der Burg Ich esse ein Eis bei Eiseskälte Innenstadt In der Stadt

Dann war auch bald das Wochenende schon vorbei. Es war so schön bei Ingvilds Familie (auch wenn niemand wirklich da war, aber es war einfach ein Hause und so gemütlich und der Kühlschrank war nicht leer...) und ich wurde dann auch noch zum Flughafen gebracht von ihrem Bruder. Alle supernett und das war echt ne schöne norwegische Experience. Auch fühle ich mich echt gut in das Team integriert und besonders nach diesem Wochenende in Bergen will ich mehr mit den Mädels spielen und erleben! Das Ziel ist natürlich die norwegische Meisterschaft gewinnen!!! Also drückt uns die Daumen, wir trainieren superfleißig!!!

En helg i Oslo! Det kommer til å klikke!

15Okt2014

Natürlich muss man, wenn man in einem fremden Land lebt, die Hauptstadt besuchen. Ich war schon im Juni in Oslo und habe sehr lange überlegt, ob ich nochmal hingehen soll, weil Oslo einfach ne Großstadt ist, die nicht wirklich groß ist. Man hat schnell alles gesehen. Und so superschön ist Oslo auch nicht. Trotzdem wollte ich ein Wochenende mit meinen Freunden verbringen. Und ich kann jetzt schonmal sagen, dass es sich gelohnt hat!

Los gings donnerstags abends mit dem Nachtzug in Trondheim am Hauptbahnhof. Vllt eher "Hauptbahnhof". Klitzeklein ist der. Geseke kann da locker mithalten. Ich hatte das große Glück, dass mein Nebensitzer mit meinem Kumpel die Plätze getauscht hat. So konnten wir gemeinsam Uno spielen! Juhu! Also spielten wir bis ca. halb zwei nachts gegeneinander und es war ein klarer Sieg meinerseits. Aber da wir die drei letzten Runden als die entscheidenen Runden spielten, gewann er. Aber in meinem Herzen hab ich ihn geschlagen und er weiß das. Hahaha! Danach wurde geschlafen, doch die Nacht war nicht so angenehm wie in einem richtigen Bett. Also sahen wir alle morgens dementsprechend aus. Verschlafen. Außer der gute Manuel strahlte heiter vor sich hin. Er hatte nämlich zwei Sitze auf der Zugfahrt gehabt und sich schön breit gemacht. Ich hatte jetzt auch nicht unbedingt den schlimmsten Schlafplatz, denn natürlich ist es unentspannter, neben einer fremden Person zu sitzen, so wie alle anderen.

Da wir unsere Wohnung erst um 14 Uhr beziehen konnten, mussten wir uns was für den Morgen überlegen. Wir ließen unser Gepäck am Bahnhof und gingen als erstes zur Oper. Es war kurz vor acht und einfach gar nix los. Nur einige Menschen, die zur Arbeit gingen.  die Oper am Morgen Sonnenaufgang von der Oper aus Alle fresh?Danach entschied ich, dass wir durch die Städt gehen. Einfach weil da alles wichtige ist, wie das Schloss und andere interessante Gebäude. Danach konnte man einfach weiter gehen zu einem großen Park, wo sich viele Statuen des norwegisches Bildhauers Gustav Vigeland befanden.

Die Innenstadt Die Jungs träumen von einem großen Fang! Ein Gebäude Das Schloss der norwegischen Königsfamilie. Es gibt einige Gerüchte über diese! Auf dem Platz vor dem Schloss Das ist ja hier wie in England!

Kinder am Spielen

Im Vigelandsanlegget angekommen, bewunderten wir direkt die wundervollen abstrusen Statuen. Die Statuen wurden von 1923-43 fertiggestellt. Es gibt insgesamt 212 Statuen im Park. Die Brücke, die wir als erstes überquerten umfasst insgesamt 58 Statuen. Auf der Brücke befindet sich auch die berühmteste Statue, ein kleines ärgerliches Kind, dessen Hand man streicheln muss für Glück. Deswegen ist die Hand des Kindes auch anders gefärbt als der Rest der Statue. Ich selbst wollte die Hand nicht unbedingt anfassen, da erstes ich nicht an so einen Aberglauben glaube und zweites mich die Idee nicht so mitgerissen hat, dass diese Hand von so vielen anderen Menschen vor mir angefasst worden war. 

Uns kam schnell die Idee, als wir die teils sehr abstrusen Figuren sahen, dass wir einfach Fotos machen könnten, auf denen wir die Figuren nachmachten. Hier ein paar Ergebnisse, des wunderbaren Fotoshootings:

Wir haben die Haare schön, dwa fajne fszunie! Das Baby 1 Nochmal, wer sieht besser aus? am Tanzen, schon mal einstimmen auf den Abend Frühsport Was ist denn da?

Außerdem waren da noch einige andere Installationen, wie ein großer Obelisk mit sich windenden nackten Menschen. Teilweise war es echt seltsam dort. Aber trotzdem war es ziemlich witzig. Auch nur bisschen rumblödeln, nackte Ärsche anfassen und so. Und Selfies wiedermal.

Selfie!Danach wurde nur noch gegessen und wir konnten endlich unsere Wohnung beziehen. Diese hatten wir eigentlich nur für fünf Leute gebucht, wir waren aber sieben. War aber kein Problem, wir sind alle klein und dünn. Irgendwie waren alle dann echt müde UND irgendjemand hatte schon vorher gesagt, wie geil wäre es denn, wenn die ne Konsole hätten oder so. Okay, Nici hat dann die Playstation gefunden und dann wurde erstmal gezockt. Den ganzen Nachmittag. Die Mädels (außer ich, weil Videospiele ja schon ganz geil sind) langweilten sich schnell und gingen shoppen. Abends gabs dann lecker Pasta und nen Film. Für den nächsten Tag war bisschen mehr Programm geplant, wir könnten ja nicht unseren Aufenthalt in Oslo damit verbringen, Call of Duty und Fifa zu spielen.

Am nächsten Tag ging es dann zum Holmenkollen, der Skisprungschanze von Oslo. Diese kann man schon von der Stadtmitte sehen aber es dauert doch ein wenig, bis man mit der Bahn dort angekommen ist. Da ich in meiner Kindheit oft Sonntage verbracht habe, die Skisprungschanze in Willingen hochzukraxeln, wollte ich nicht unbedingt nach ganz oben. Außerdem hat das Eintritt gekostet. Trotzdem konnte man schon ziemlich weit hoch gehen und hatte dann einen perfekten Ort für Panoramabilder.

Skisprungschanze Holmenkollen Selfie! von untenDanach gabs Lunch und wir planten, wie wir am besten zu der Fähre kommen konnten. Für den späteren Tag war nämlich eine Fahrt zu den kleinen Inseln im Fjord von Oslo geplant. Auf dem Weg zur Fähre überquerten wir noch die Festung am Hafen. Fototime!

Marine wo willst du hin? Yeah! Mädelspower! In der Festung

Die anschließende Fährenfahrt durch den Hafen lief dann aber so ab, dass wir gar nicht ausstiegen, sondern die zwei Runden auf der Fähre blieben und Uno spielten. Das war die bessere Beschäftigung meiner Meinung nach, da auf den Inseln nicht unbedingt was zu sehen war. 

heißes Unobattle zwischen den Brains des Spiels!

Für Abends war dann geplant auszugehen. Also aßen wir gescheit und fingen dann mit unserer kleinen Preparty an. Wir spielten ein Spiel, bei dem Man bis 21 zählen musste, aber nur nach bestimmten Regeln. Wenn man diese nicht befolgte, musste man einen Schluck trinken. Hört sich jetzt alles ziemlich leicht an, aber war es natürlich nicht. Wenn man bis 21 gezählt hat, durfte man sein Glass leer trinken und sich eine neue Regeln ausdenken. Ok, so wurde das Spiel immer schwieriger und lustiger. Auf dem Weg in die Stadt haben wir dann eine Gruppe Norwegerinnen getroffen, die in den gleichen Schickimicki Club gehen wollten wie wir. Also haben wir uns einfach angehängt. Die Norwegerinnern waren auch sehr nett, sie wollten uns kennen lernen. Allerdings hat die eine es nicht ganz so geblickt, dass wir sie ja nett fanden, aber die Musik evtl etwas laut war um sich die ganze Zeit zu unterhalten. Sie dachte später nämlich, dass wir sie nicht mögen und ist abgezischt zum Bedauern einiger männlicher Freunde von mir. Also feierten wir alleine weiter.

Am nächsten Tag war allen (oder besser gesagt einigen) der gestrigen Abend deutlich im Gesicht ablesbar. Wir wollten eigentlich eine Stadtrundfahrt machen, aber wir sind alle zu spät aufgewacht, so dass die ins Wasser fiel. Stattdessen gingen wir durch das Stadtviertel Grünerløkka. Dieses Viertel ist sehr alternativ und deswegen besonders interessant neben den teils eintönigen norwegischen stereotypischen Häusern. Wir fanden dort auch einen kleinen Flomarkt, auf der Mourad und ich uns ne Waffel gönnten. War irgendwie notwendig. Nickerchen war auch für einige notwendig. Und dass wir nen Markthalle fanden, war auch irgendwie notwendig.

Katernickerchen am Sonntag Essensmarkt, lecker Käse gabs da Flomarkt in Grünerløkka

Schon bald war der Tag zu Ende, doch der Zug verließ Oslo erst um elf. Also gingen wir ein letztes Mal zur Oper. Ein paar wollten noch den romantischen Sonnenuntergang in Form von Fotos einfange, die anderen wollten auf der Oper Uno spielen. Auch gut. Danach wurde gegessen und dann gings auch schon bald ab zurück nach Trondheim. 

Uno bei romantischen Sonnenuntergang

Im Zug hatte ich dann wieder Unmengen Glück und wir konnten unsere Sitze so tauschen, dass ich wieder neben meinem Kumpel sitzen konnte. Der gute Manuel saß uns auf dem Gang gegenüber und diesmal hatte er unheimliches Unglück, denn eine stabile ältere Dame saß neben ihm. Diese machte sich nicht nur auf ihrem Sitz gemütlich, sondern breitete ihre Masse auch auf ihren Nebenplatz aus. Nachdem sie dann eingeschlafen war hätte sie am liebsten ihren Kopf auf Manuels Schulter gelegt, leider spielte der mit uns Uno. Wir hörten aber alle ihr lautstarkes Schnarchen. Ich würde mal sagen, Karma!

Uno im Zug!

Wieder ne lange Nacht und ich war froh, irgendwann mal in Trondheim zu sein. Auch wenn es arschkalt war... So richtig!

Nächstes Mal gibts nen Bericht über Bergen, das wie ich finde so unheimlich viel schöner ist als Oslo! Also seid gespannt.

 

 

 

Norway so far

10Sept2014

In den letzten Wochen hat das Semester bereits für mich angefangen und sonst mach ich so viel, dass ich einfach nicht dazu komme, hier was zu schreiben. Aber jetzt ist mal wieder Zeit. Meine Mama hat mich schon darauf aufmerksam gemacht, dass sie doch gerne mal wieder was über mich lesen würde.

Zunächst zur Uni. Das läuft ganz nice, habe aber einen Kurs abgewählt, da der definitiv zu schwer war. Und ich das ja nicht unbedingt später machen will. Also weg damit. Stattdessen werde ich ne Windturbine bauen. Guter Tausch oder? :D Sonst mach ich noch bisschen Dynamik. In der ersten Stunde bin ich hier viel zu spät gekommen und hab direkt nen Tadel bekommen. Ich saß dann so in der ersten Reihe und mir schoss der Gedanke durch den Kopf, hoffentlich sitzt niemand, den ich kenne, hier in diesem Raum, das wäre total schräg. Fünf Minuten später drehe ich mich um und mich grinst mein Kumpel an... Na toll! Er hat mir dann auch später erzählt, dass total viele schon vor mir zu spät gekommen sind und ich das Fass nur zum überlaufen gebracht habe. Gutes an der Sache, ich habe jemanden aus meiner Gang in meiner Klasse sitzen. Nachteil daran, das effektive Aufpassen ist gleich null. Liegt aber auch daran, dass der Professor sich im Kreis dreht und nicht auf den Punkt kommt. Da der Kurs aber sehr wichtig ist (jedenfalls für mich, der Junge ist echt noch fauler als ich...) und so müssen wir fleißig Aufgaben rechnen um am Ball zu bleiben.

Ich war jetzt auch schon total oft beim Lacrosse und ich liebe es. Die Mädels sind super nett. Ich hab sogar das Nummer #24 Pinnie bekommen! Das ist so toll! Außerdem lerne ich echt viel norwegisch im Training. Mein norwegisch Kurs ist nämlich ziemlich lame. Aber ich frage im Training immer nach speziellen Ausdrücken und so lerne ich Sachen wie, ich bin bereit! (Jeg er klar!) Oder Konzentration (konsentrasjon!) Ich werde auch Anfang Oktober mit auf ein Turnier nach Bergen fahren. Da die Mädels das Turnier die letzten Jahre immer gewonnen haben, sind die Erwartungen sehr hoch :) und bis dahin werden wir sehr fleißig trainieren! Besonders geil ist dabei, dass wir einfach immer so 24 Mädels im Training sind. Man kann so viele geile Sachen machen!  #24 forever and everywhere

Am letzten Samstag wurde ich auch offiziell ins Team eingeführt mit einer Art Rookie Taufe. Leider gabs keine Spiele, aber es war ne echt typische Lacrosse Party. Eventuell hat das Eiswürfelspiel gefehlt aber sonst war es ziemlich das selbe. Vllt nur mit mehr blonden Menschen :D

In meiner sonstigen Freizeit mache ich viel mit meinen Erasmus Freunde. Dazu gehört Sport, irgendwo abhängen, Party oder Ausfüge machen. Einen der letzten sonnigen Sonntage haben wir beispielsweise am Fjord verbracht und danach an einem kleinen Flüsschen gegrillt.Bbq und die letzten Sonnenstrahlen genießen Lacrosse über den Fluss  Nice group picture

Unser erster gemeinsamer Ausflug ging an den Geiranger Fjord. Also eigentlich haben wir auch andere besucht aber wir sind meistens nur kurz angehalten, haben ein paar Selfies gemacht und sind weiter gefahren. Manchmal sind wir auch nur daran vorbeigefahren. Gut, dass wir so viele Fotos gemacht haben, da manche die komplette Fahrt geschlafen haben. Manchmal auch, obwohl wir meine gute Playlist gehört haben (90er und so). Naja die Person war auch der festen Überzeugung, dass die Norweger ihr Wasser färben. Es kann nämlich nicht so blau sein!Marine und ich am Aussichtspunkt Selfietime!!! Wo sind die Fische?  More Selfies, please! Spaß im Auto Unsere Generation, immer auf der Suche nach nem Hotspot!lecker Essen?!

Am Geiranger Fjord hatten wir dann eine sehr zentral gelegene Hütte, die zudem noch sehr gemütlich war. Den ganzen Samstag haben wir dann die Umgebung erforscht(Boottour, Wandern zum Wasserfall, Aussichtsberg, wo seltsamerweise ein wahrscheinlich indischer Film/Musikvideo gedreht wurde). Wir waren zwar abends von einem Brasilianer, der wohl ein Auge auf jemanden geworfen hatte, eingeladen worden, bei ihnen zu grillen, aber wir entschieden uns gegen mehr Autofahren und für mehr Uno spielen!!!

Geeeeiraaanger Fjoooorden!Ich bin immer noch hässlich, keine Sorge!Ein Wasserfall am Geirangerfjord... unter dem man her gehen kann! Panorama Queen am WerkPanoramablick über den FjordPanorama Nummer 2! oben auf dem Berg, ist schon ziemlich kalt hier!Irgendwer ist grade erst aufgewacht, kein Spaß!Landschaft  UNO!  

Nächstes Wochenende geht es dann nach Oslo! Diesmal werde ich vielleicht schneller was darüber posten, da ich schon vor Ewigkeiten am Geiranger Fjord war. In der Zwischenzeit hab ich mich immer mehr eingelebt und schaue mal, was die folgenden Monate noch so bringen werden :)

Orientationsweek!

15Aug2014

An meinem ersten Wochenende hier waren so viele Veranstalltungen abends, dass ich jede Menge Leute kennen gelernt habe. So hat sich dann auch unsere Gruppe gefunden. Nachdem ein Teil am Sonntag zusammen wandern war, um im See zu schwimmen, schlossen sich uns Montag Morgen noch ein paar weitere Menschen an, um in die Orientation Week zu starten!

See in dem wir badeten

nochmal der wunderschön SeeTag 1 begann mit der Registrierung, einem anschließenden Gruppenfoto und einer langen aber teilweise auch sehr informativen/lustigen Veranstalltung in einem der krassesten Gebäude, die es hier so gibt, das studenter-samfundet. Von innen sieht der Hauptsaal aus wie ein Zirkuszelt. Desweiteren gibt es noch hundert andere Räume, die erkundet werden können. Denn eigentlich finden hier hauptsächlich Konzerte und Partys statt.

Eine der wichtigsten Sachen, die wir über Norweger gelernt haben, sie reden gern übers Wetter. Und dass der Sommer in Norwegen in einem Tag zu Ende sein kann. Das spürten wir an unserem eigenen Leib, denn nach der Präsentation war das wunderschöne Wetter vom Morgen in ein regnerisches miesepetriges Unwetter umgeschlagen. Es standen dann aber noch die Trondheim Games an, also mussten wir durch die Stadt laufen und Aufgaben lösen. Wohlgemerkt im Fisselregen. Die meisten von uns waren auch nicht dementsprechend angezogen und die Tage darauf hatte fast jeder mindestens einen kleinen Schnupfen.

Alle ausländischen Studenten. Wer findet mich? Team SupergeilAm Fahrradlift

An diesem Montag kam es auch zu unserem Teamnamen. Dieser ist entstanden, da der deutsche Anteil der Gruppe mal das gute Lied von der Edeka Werbung erwähnt hatte. Dieses gute Wort hat unseren Nichtdeutschen so gut gefallen, dass wir uns bei jedem Spiel so genannt haben. Die Gruppe besteht zudem aus fast nur Franzosen und Deutschen, dazu kommt eine Prise Niederlande, Argentinien und USA dazu. Altersmäßig fühle ich mich uralt, da zwei unserer Franzose erst 19 sind. Das ist jünger als mein Bruder und wenn man das weiß, ist es schon etwas komisch. Aber eigentlich merkt man den Altersunterschied überhaupt nicht und ist auch nicht wichtig.

Am Dienstag war die Immatrikulationsfeier, doch der Großteil unserer Gruppe beschloss, das einfach zu schwänzen, da die Reden fast ausschließlich in norwegisch waren, deswegen uninteressant. Am Campus hatten sich bereits eine Vielzahl an Clubs angesammelt und Stände aufgebaut, sodass wir umherzogen auf der Suche nach Essen und Sachen für umsonst. Beim Stand für die Sportsparte an der Uni traf ich dann auch die gute Pauline und wir unterhielten uns kurz übers Lacrosse und dass ichs schon gar nicht erwarten kann, mit ihnen zu trainieren.

Darauf folgend stellte sich in meiner Gruppe heraus, dass ich den Mädels in Trondheim coaching support geben werde und auch schonmal fürs Nationalteam beim Tryout war. Was für mich eigentlich nichts wirklich besonderes ist (ich meine aus meinem Team sind noch ein paar im heißen Rennen um einen Platz in der Natio dabei!) war für die anderen doch schon etwas beeindruckendes. Dazu kommt noch, dass Anais aus Frankreich auch schon mal in der Nationalmannschaft geklettert ist und einen halben Ironman gemacht hat. Und den Halbmarathon in 1:50 gelaufen ist. Also das nenne ich mal beeindruckend!

Von offizieller Seite gab es danach noch ein großes Barbecue, zu unserer großen Freude. Denn am Montag gab es als Lunch nur ne olle grüne harte Banane und nen Jogurt. Wie soll man bitte von sowas satt werden?!

Am Mittwoch waren wieder Challenges angesetzt. Dazu gingen wir zu der nahegelegenden Festung, wo es verschieden Stationen zu bewältigen gab.

Auf der Burg

Die Motivation war etwas low, bei einigen von uns(mich eingeschlossen) konnte ich das ja verstehen, da wir am vorringen Abend noch feiern waren im Samfundet, aber die anderen machte wohl das heiße Wetter zu schaffen. Ich weiß echt nicht, was mit dem Wetter hier ist, aber am besten man nimmt Klamotten für jeden Fall mit.

Am nächsten Tag stand eigentlich Wandern an. Da ich wandern aber echt nicht ausstehen kann und mich auch noch zu allem Überfluss für sau die schwere Gruppe angemeldet habe, beschloss ich, als mein Wecker klingelte, lieber ein bisschen länger zu schlafen und dann Uni Sachen zu regeln. Und da wir abends in die Städt gehen wollten, war das eh die bessere Idee. Also abends alle bei Louis getroffen, da er ne super Musikanlage und zudem auch noch Karten hat und ein wenig uns auf den Abend vorbereitet. Ich dachte mir schon im Vorraus, dass das heute nix wird mit feiern, weil neue Stadt, neues Land, neue Gruppe von Leuten. Und wie sich herausstellte, wir standen ewig an und beschlossen kurz vorm Eingang zu gehen, da es sich nicht lohnen würde für eine Stunde reinzugehen. Also gingen wir heim.

voller Vorfreude auf den Abend

Freitags war dann noch eine Infoveranstalltung (und Lunch umsonst). Einige mutige gingen hin um Infos zu bekommen, wo man Infos findet... Gut dass ich in guter Gesellschaft war und wir einfach die ganze Zeit lachten und Witze über den vorrigen Abend machten. Um uns herum waren alle sehr motiviert, alle Infos mitzubekommen und auch Sigrid warf uns einige böse Blicke zu. Aber egal.

Damit war die Orientationweek auch schon fast vorbei. Am Wochenende hatte jeder noch verschiedene Veranstalltungen wie wandern, angeln, Kanu fahren oder Bootfahrt. Ich hatte im Vornerein wieder wandern angekreuzt, was ich dann einfach nicht machte. Anstatt dessen überlegte ich mit angeln zu gehen, aber da ich dann einen Post in der NTNUI Lacrosse Damen Gruppe sah, wo die Mädels sich zum Passen verabredeten, ging ich doch lieber da hin. Abends war dann noch ne große Feier im Samfundet. Leider splittete unsere Gruppe so sehr auf, dass am Ende ich allein mit Louis unterwegs war und wir die anderen auch nicht wieder gefunden haben. Irgendwie haben wir es noch nicht wirklich hinbekommen, richtig normal feiern zu gehen... Aber das wird noch :D

Am Sonntag hatte ich mich schlauerweise für die späte Bootstour angemeldet, wo noch drei andere aus unserer Gruppe teilnahmen. Das war super entspannend und ich witzelte eigentlich die ganze Zeit mit meinem Nebensitzer Manuel herum und wir bekamen überhaupt nix mit von dem, was die Führerin uns so erzählte. Da kam es doch zu dem ein oder anderen Fauxpas.

Bootstour mit Manuel, Christoph und Marine

auf dem WasserSpäter gabs noch lecker Pizza. Wir schafften es einfach 5 Stück zu machen für 7 Leute. Das war natürlich viel zu viel und alle waren total vollgestopft. Aber so ein Zusammenkochen ist total billig, selbst wenn man in Norwegen ist. Außerdem ist die Gesellschaft super und der Weg nach Steinan gibt einen nochmal gute frische Luft. Hach.

Nächstes Mal gibts nen Bericht über die erste Woche Vorlesungen und wie sich Nici wieder mal beliebt bei dem Professor macht, indem sie viel zu spät kommt... nicht mit Absicht wohlgemerkt!

 

Vom Spazieren gehen, Einkaufen und Feiern

09Aug2014

Gestern war ein äußerst ereignisreicher Tag. Nachdem ich schon am Donnerstag zu IKEA gelaufen bin und mir Bettzeug gekauft habe, war ich so fertig, dass nix mehr ging. Also beschloss ich am nächsten Tag eine Entdeckungstour durch Trondheim zu starten. Das Wetter ist zudem äußerst gut. Die Sonne scheint oft und es ist sogar so warm, dass ich meine kurze Hose jetzt schon zum zweiten Mal an habe! Wer hätte das gedacht?

Sonne und Baum, Blick aus meinem Fenster

Aber zuerst musste mein Hunger gestillt werden. Nach dem erfolgreichen Kauf der Leberpastete wollte ich mir mehr leckere Delikatessen besorgen. Außerdem gehe ich gerne Lebensmittel einkaufen, man könnte es sogar mein Hobby nennen.

Hmm guter hvitløk direkt in den Tomaten reingemischt!Im Rema 1000 um die Ecke gabs dann auch mehr Auswahl, als im Bunnpris um die Ecke. Die Lebensmittel sind auch billiger, aber kein Wunder, bei einem Namen wie Rema 1000! Im Laden bin ich aber immer noch sehr aufgeschmissen, da ich nur grundlegende Lebensmittelworte auf norwegisch kenne und zudem die Währung für mich noch undurchschaubar ist. Ich teile einfach immer alles grob durch 8. Habe dann schnell rausgefunden, dass nicht wirklich alles teurer ist. Es gab beispielsweise Hackfleisch im Angebot, da musste ich direkt zugreifen. Ich will ja nicht zum Vegetarier werden :)

Was ich auch noch total unerklärlich finde, warum müssen die Norweger Kommabeträge auf ihren Lebensmittelpreisen machen, wenn am Ende doch nur ein grader Betrag rauskommt? Da wurden mir doch glatt 0,5 Kronen auf meinen Einkauf aufgerundet! Diese sind zwar überhaupt nix wert aber trotzdem könnte man ja direkt glatte Beträge überall hin machen...

Nach dem Mittagessen machte ich mich dann auf den Weg, die Innenstadt näher zu erkunden. Ich glaube, ich habe immer noch nicht alles gesehen aber immerhin war ich am Meer. Hier ein paar schöne Bilder:

Das Restaurant auf dem Fluss, das nicht auf mein Selfie gepasst hat Haus in der Innenstadt Kirche eine Statue da ist das Meer! der letzte Wikinger-Statue. Das einem berühmte Buch nachempfunden so schön! Der Fjord! überall Yachten!

Auf dem Rückweg wollte ich dann unbedingt den Dom sehen. Die liebe Viktoria hat mir schon erzählt, dass der wohl ganz schön ist und da war meine Neugier geweckt. Außerdem habe ich schonmal von ihm geträumt. In meinem Traum war der Dom zwar sehr viel größer, aber vom Stil her gothisch. Das hat mich ja schon sehr überrascht, dass das so perfekt überein gestimmt hat. Man muss aber auch sagen, gothische Kirchen sind schon die schönsten Kirchen. Mit all ihren Verzierungen und so.Als ich dann den Dom zunächst von der Seite gesehen habe, war das so ganz normal und ich dachte mir, eigentlich nix besonders. Viel zu wenig Verzierungen.

Nidarosdom von der Seite Nebeneingang ein Turm des Doms

Doch dann kam ich zur Vorderseite und die hat mich schlicht weggerissen. Als erstes habe ich an meinen guten alten Kunstlehrer Herr Schäper gedacht. Ich muss irgendwie seine e-Mail Adresse herausfinden um ihm ein Bild vom Dom zu schicken. Da wird er sich bestimmt freuen.

Panorama Frontansicht vom DomAuf dem Rückweg kam ich an der Uni vorbei. Die ist ziemlich grau... Aber hier auch nen schönes Gebäude gefunden. Außerdem konnte man hier hervorragend auf die Stadt zurück blicken.

Werde ich hier studieren? Blick ins Tal Huch, war hier etwa der Yeti?

Ich hatte schon vorher auf der Karte abgecheckt, wo ich wohl bald trainieren werde. Also musste ich unbedingt da vorbei. Und zack, von weitem sah ich schon das rote Lacrossetor.

Hach, Liebe!

Allerdings hab ich keine Bälle mitgenommen, also fällt schießen aus. Ich hab keine Ahnung, wo die ihre Bälle deponieren. Außerdem weiß ich nicht, ob man einfach da auf den Rasen darf. Wobei gestern war da eine Gruppe Afrikaner am Fußball spielen. Also vielleicht doch möglich, einfach auf den Platz zu gehen.

Am Abend stand dann die erste Party für die neuen Studenten an. Die Location befand sich auch einfach nur 100m von meinem Heim entfernt. Und wie sich herausstellte wohnten fast alle einfach um die Ecke. Außerdem war das Bier zu meiner Überraschung echt billig für norwegische Verhältnisse. (20 Kronen) Das führt mich zu der Schlussfolgerung, Oslo muss einfach viel teurer sein und hier ist es presilich gesehen etwas angenehmer (Puh!).

Zu meinem großen Glück habe ich die Marcela aus Brasilien kennen gelernt, die einfach jeden angelabert hat und so total viele Leute kennen gelernt hat. Ich blieb also eine ganze Weile bei ihr, da ich direkt einen Haufen neuer Menschen getroffen habe. Meistens waren es Brasilianer, aber es mischten sich nach und nach auch ein großer Teil Franzosen, Tschechen und, wie kann es anders sein, Deutscher dazu. Ich bekam auch direkt mit, dass heute irgendwo ein Barbecue stattfinden wird. Also wieder neue Leute kennen lernen. Außerdem habe ich mit einem Franzosen abgemacht, dass wir heute tanzen gehen. Und uns batteln werden. Ich weiß auch nicht wie oder wer darauf gekommen ist, aber es hört sich doch ganz nach mir an :D

Zum Abschluss noch ein Bild von dem Club, wo es wohl das billigste Bier der Stadt gibt (32 Kronen!)

Club Gossip aus der Ferne. Wie es wohl drinnen ist? Kann man wohl tanzen?

Los geht's!

07Aug2014

Aller Anfang ist schwer. Und jeder Abschied. Wie ich das doch hasse. Es ist zwar äußerst schade, dass ich letzte Woche total krank geworden bin, da es dann keine Duschparty mit Bier und keine Krokodilstränen gab. Vielleicht hat das ganze aber auch sein Gutes. Es hat mir auf jeden Fall ein paar Kopfschmerzen und gerötete Augen gespart. Und ich komme ja wieder ;)

Zu Hause hat sich dann erstmal ein neues riesengroßes Problem herausgestellt. Ich weiß, dass ich viel zu viel Klamotten besitze. Ich habe in den letzten Tagen auch einiges aussortiert/weggeschmissen. Aber ich habe es trotzdem geschafft, zwei Koffer voll zu machen, die zudem äußerst schwer waren. Glücklicherweise unter 23 kg aber nehmt mal zwei solcher Monster mit und schleppt sie dazu noch über Oslos Flughafen... Aber dazu später mehr.

Zum Glück hat mir beim Packen meine tolle Mama geholfen und alles superflach gebügelt. So hat alles perfekt reingepasst. Danke Mama :*

Was soll ich bloß mitnehmen?!

Puh, das wichtigste ist eingepackt!

Chaos im Wohnzimmer

Gestern gings dann endlich los. Wir fuhren in aller Frühe zum Flughafen in Frankfurt. Alles lief am Schnürchen, bis wir am Schalter standen. Die gute Dame, die ihren Job ja schon sehr gut machte, konnte meine Koffer nicht bis nach Trondheim einchecken. Wieso das so war? Nunja, man muss, wenn man nach Norwegen reist, sobald man das Land das erste Mal betritt einmal durch den Zoll gehen. Dieses "durch den Zoll gehen" ist einfach nur ein Rausgehen aus dem Ankunftsbereich. Ich wurde nicht mal beachtet. Und dafür hab ich meinen Anschlussflug verpasst. Naja, alles nicht weiter schlimm. Nur kann ich es gar nicht ab haben, wenn ich nicht genau im Vorraus weiß, wo wie was ich machen muss. Das hat mich dann doch bisschen nervös gemacht. Dazu kam noch die Trauer hinzu, weil ich ganz allein wegfliege. Meine Eltern haben noch kräftig gewunken, bis ich durch die Sicherheitskontrolle war. Dann war ich allein.

In Frankfurt bereit auf den Flug

Als ich dann im Flugzeug saß, mussten wir noch ewig auf die Verladung unseres Gepäcks warten. Deswegen starteten wir erst 30 Minuten verspätet. Mit jeder Minute wurde meine Nervosität immer geringer, da mir immer klarer wurde, dass ich meinen Anschlussflug zu 100% verpasse. Also erstmal deutsche Musik gehört.

In Oslo am Flughafen war es dann auch äußerst kompliziert zur Gepäckausgabe zu kommen. Der Pluspunkt auf der Strecke war, ich habe eine nette Deutsche kennen gelernt, die aber nach Bergen zum Studieren geht. Aber so haben wir beide das durchgestanden und das war schonmal viel angenehmer als allein. Zu uns gesellte sich noch ein Deutscher, dem ich durch meine exzellenten Oslokenntnisse den Weg in die Innenstadt zeigen konnte.

Nachdem mein Gepäck angekommen war, konnte ich geschwind meinen Flug umbuchen und hatte somit genug Zeit, um "durch den Zoll" zu gehen und mich wieder einchecken. Die äußerst kompetente Aushilfskraft (nicht...) vor den Schaltern hat entweder mein kompetentes Englisch nicht verstanden oder es schlichtweg nicht geblickt, warum ich denn mich nicht an den Automaten einchecken konnte(Es lag an meinen zwei Gepäckstücken). Letztendlich gab sie auf und ich konnte direkt vor und meinen Koffern nochmal Tschüss sagen. Als ich meine neue Bordkarte erhielt, fiel mir als erstes auf, dass ich einen Fensterplatz ergattert hatte! Fast ganz hinten! Bester Blick auf den Flügel! Bäm!

Flügel in Oslo am Boden

Wundervolle Rechtskurve

zwischen den Wolken

In Trondheim angekommen war das Wetter, wie man schon über den Wolken erahnen konnte, schlecht. Aber der Flughafen war so klein, dass ich superschnell mein Gepäck hatte und dann zum Bus gehen konnte, der direkt vor der Empfangshalle startete.

Einmal so ein Gepäck und nie wieder!

Auf der Busfahrt habe ich ein Franzosen kennengelernt, der genau wie ich, eigentlich gar nicht die Aussicht genießen sondern neue Leute kennen lernen wollte. Also haben wir uns die ganze Fahrt lang unterhalten. Als wir ausstiegen und mit uns noch zwei Mädels, machten wir uns gemeinsam auf unsere Schlüssel abzuholen. Und dann gings ins neue Heim. Ich hatte glücklicherweise den kürzesten Weg. Das Traurige war aber, in meiner Wohnung war einfach niemand. Später hörte ich nur eine mysteriöse Person, die sich aber nicht blicken lassen hat.

Also entfloh ich dieser stillen einsamen Wohnung um das Meer zu sehen (es war immerhin erst viertel vor acht und bis zehn ist es hell!). Das Meer erreichte ich nicht ganz, aber als ich dann in der Innenstadt war, konnte ich es einfach nicht fassen. Es ist sooooo schön hier. So richtig richtig schön!

am Fluss, verschiedene Restaurants der Fluss mit super schönen Häuschen Da war noch ein Restaurant auf dem Fluss aber es ist nicht drauf...Ich hab dann ein Brot in der Stadt gekauft. Und bisschen geschaut, wie viel alles kostet und was es so gibt. Später dann habe ich ewig in dem Geschäft hier bei den Wohnheimen verbracht. Ich wollte unbedingt Leberwurst für mein Brot und Milch fürs Frühstück haben. Aber die Kühlabteilung war halt wie ein Riesenkühlschrank, also hab ich nur kurze Zeit dort verbracht und bin dann schnell wieder raus. Es gab da so viel verschiedener Milch, dass ich mich einfach nicht entscheiden konnte. Die, die ich jetzt gekauft habe, ist aber super. Die wird wohl jetzt immer gekauft. Genauso wie die Leberpastete, die ich letztendlich dann gefunden habe. So köstlich! Veronika, du würdest sie auch lieben! Und ich glaube es ist Kopffleisch drin!

Aber dann wars auch gut mit neuen Eindrücken. Der Spaziergang in die Stadt hat mich ganz schön fertig gemacht und ich wollte gern ins Bett. Leider musste ich die erste Nacht ohne Kissen oder richtiger Daunendecke verbringen. Jetzt habe ich aber so Zeug und freu mich auf die nächste Nacht :)